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Schwerpunkte und Stärken

In den letzten Jahrzehnten hat sich die Bildungslandschaft gewandelt und ist facettenreicher geworden, Beispiele dafür sind die Einführung von Fachhochschulen und die Bologna-Architektur. Dadurch ergeben sich neue Wahlmöglichkeiten für MaturantInnen; insbesondere stellt sich die Frage: FH oder Universität?

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Univ.-Prof. Dr. Bernhard Jakoby, Johannes Kepler Universität Linz, Institutsvorstand für Mikroelektronik und Mikrosensorik. Nach der Matura an der technisch-gewerblichen Schule TGM in Wien folgte ein Diplomstudium der Elektrotechnik mit anschließender Promotion zum Dr. techn. im Jahre 1994. Anschließend zog es ihn nach Belgien, die Niederlande und Deutschlan. Erst 2001 ging nach der Habilitation wieder zurück an die TU Wien, wo Jakoby an der damals neu gegründeten Abteilung Industrielle Sensorsysteme eine Dozentenstelle wahrnahm. Seit 2005 ist er Professor für Mikroelektronik und Vorstand des Instituts für Mikroelektronik und Mikrosensorik an der Johannes Kepler Universität Wien.

Univ.-Prof. Dr. Bernhard Jakoby, Johannes Kepler Universität Linz, Institutsvorstand...

Wenn man diese Suchbegriffe googelt stößt man auf viel Information – vielfach allerdings von zweifelhafter Qualität. Das liegt nicht unbedingt an den VerfasserInnen, sondern vielmehr an der unpräzisen Fragestellung. So ist eine vergleichende Bewertung dieser Ausbildungsmöglichkeiten stark von der betrachteten Disziplin und, schwächer aber doch, auch vom Standort der Fachhochschule bzw. Universität und den dort angebotenen spezifischen Studiengängen abhängig. Häufig wird beispielsweise die individuelle Betreuung an FHs dem vermeintlichen Massenbetrieb an Unis gegenüber gestellt. Das mag für überlaufene Studienrichtungen mitunter stimmen; für technische Studienrichtungen darf man jedenfalls auch an Universitäten auf individuelle Betreuung vertrauen. Die folgenden Bemerkungen beziehen sich demnach auf technische oder der Technik nahe Studienrichtungen.

Unterschiedliche Ausrichtung FH/UNI

Die Bologna-Architektur soll das einfache Wechseln zwischen Studienrichtungen und Hochschulstandorten innerhalb Europas ermöglichen und fördern. Das ist vom Gedanken her eine gute Sache, die Praxis ist jedoch in anspruchsvollen Disziplinen mit aufeinander aufbauenden Lehrinhalten vielfach nicht so einfach. Selbst innerhalb einer Universität wird ein Wechsel z.B. von einem Bachelorstudium der technischen Physik in ein anderes Masterstudium der technischen Wissenschaften aufgrund der nicht zu 100% abgestimmten Curricula möglicherweise nicht ganz einfach sein.

Umso herausfordernder kann der Wechsel von einem Bachelorstudium an einer Fachhochschule in ein Masterstudium einer Universität sein. Dies liegt nicht etwa an generell niedrigeren Anforderungen eines Fachhochschulstudium
sondern an der unterschiedlichen grundsätzlichen Ausrichtung. An der Fachhochschule werden SpezialistInnen auf Hochschulniveau ausgebildet die unmittelbar in der Wirtschaft einsetzbar sein sollen. Demnach wird verstärkt Wert auf aktuelle Anwendungstechnologien und auch nicht fachspezifische berufsrelevante Fertigkeiten (etwa Social Skills) gelegt.

Grundlagenorientierte Ausbildung mit Praxisbezug

Die Universität setzt hingegen stark auf die Vermittlung fundamentaler Kenntnisse und Fähigkeiten, die auch in Jahrzehnten noch die Grundlage der technischen Disziplinen sein werden. Dieses solide Fundament wird in höheren Semestern durch bestimmte wählbare Richtungen vertieft. Ein Beispiel: die Maxwell-Gleichungen zur Beschreibung elektromagnetischer Felder gelten auch noch in 10 und mehr Jahren, die aktuelle Software zur elektromagnetischen Feldsimulation wird dann aber bereits vergessen sein. UniversitätsabgängerInnen in technischen Studienrichtungen beherrschen damit nicht nur den aktuellen Stand der Technik, sie können ihn kraft ihrer Grundlagenkompetenz auch weiterentwickeln um die heute noch unbekannten Technologien von morgen kreativ mitzugestalten!

Um die Vermittlung von Fertigkeiten auf dem neuesten Stand zu garantieren, setzt die Universität auf die sogenannte forschungsgeleitete Lehre. Das bedeutet, dass die Lehrenden selbst aktiv in der aktuellen Forschung sind und vielfach zur internationalen wissenschaftlichen Spitze ihrer jeweiligen Disziplin zählen. Dies begründet auch die Tatsache, dass die Promotion nur an Universitäten möglich ist. Das der Promotion zugrunde liegende Doktoratsstudium ist eigentlich viel weniger ein Studium, als eine erste wissenschaftliche Tätigkeit. Mit der zum Abschluss vorgelegten Dissertation wird nachgewiesen, dass der Doktorand wissenschaftlich neue Ergebnisse im jeweiligen Gebiet erarbeitet hat.

Voraussetzungen für das Doktoratsstudium

Voraussetzung zum Beginn eines Doktoratsstudiums ist ein facheinschlägiger Master-Abschluss welcher laut Bologna-Architektur prinzipiell auch an einer FH erworben werden kann. Aufgrund des oben beschriebenen unterschiedlichen Profils müssen DoktorandInnen mit FH-Hintergrund jedoch oft einiges an Grundlagen nachholen; mit dem nötigen Eifer und entsprechender Begabung ist das aber schon einigen gelungen.

Abschließend möchte ich noch kurz auf die Berufsfelder eingehen. Es ist ein vielfaches Missverständnis, dass die Universität vor allem den wissenschaftlichen Nachwuchs ausbildet. Obwohl ein Universitätsstudium mit Doktoratsabschluss in der Tat praktisch eine Voraussetzung für eine wissenschaftliche Karriere ist, gilt der Umkehrschluss nicht. Tatsächlich landen die meisten AbsolventInnen technischer Universitätsstudien in der Wirtschaft und bewähren sich dort in allen Bereichen von der Entwicklung bis hin zum Management – dies gilt auch für promovierte TechnikerInnen. Die Ausbildung auf wissenschaftlicher Grundlage fördert insbesondere das vernetzte Denken und die Problemlösungskompetenz, so dass viele AbsolventInnen sich letztlich auch in nicht-technischen Führungsrollen beweisen und bewähren.

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Oberösterreich, Fachhochschulen/Unis

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