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Die Technik ist immer neutral

: CAMPUS 02


Zwar führt die Technik einen weiblichen Artikel und wird von Männern dominiert, aber im Grunde ist Technik weder männlich noch weiblich – sondern sachlich. Darum machen die Absolventinnen des Automatisierungstechnik-Studiums an der Grazer FH CAMPUS 02 nicht viel Aufhebens darum, dass sie als Frauen erfolgreich sind. Aber wenn Technikerinnen durch besondere Leistungen auffallen, sollte man das nicht übergehen.

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Nicole Schwaighofer studiert Automatisierungstechnik parallel zu ihrem Beruf bei Elin Motoren: „Ein Studium, das viele Disziplinen verknüpft und Technikerinnen und Technikern viele Perspektiven bietet.“ Und diese Chancen haben bereits viele Absolventinnen und Absolventen wahrgenommen und sind erfolgreich in namhaften Unternehmen tätig.

Nicole Schwaighofer studiert Automatisierungstechnik parallel zu ihrem Beruf...

Jedes Jahr finder an der FH CAMPUS 02 in Graz mit „Innovation of Automation“ eine vielbesuchte Veranstaltung statt, in der F&E-Projekte und interessante Abschlussarbeiten von Studierenden präsentiert werden. In diesem Rahmen werden von einer Jury auch die besten Bachelor- und Master-Arbeiten des Jahres ausgezeichnet.

Heuer war es Nicole Schwaighofer, BSc, die für ihre Bachelorarbeit ausgezeichnet wurde. Unter dem Titel „Anwendung der Antwortspektrum-Methode auf eine lineare Schwingerkette“ hat sie sich mit mit einem System beschäftigt, das die Beeinflussung von Maschinen und Anlagen durch Erdbeben erfasst und darstellt. dem Einfluss von Erdbeben auf Maschinen und Anlagen befasst: konkret am Beispiel von Motoren und Generatoren.

Sie hat ihr Bachelorstudium parallel zum Beruf absolviert und setzt nun mit dem ebenfalls berufsbegleitenden Masterstudium Automatisierungstechnik – Wirtschaft fort.

Berufsbegleitend studieren

Beruflich ist Nicole Schwaighofer technische Auftragsabwicklerin bei Elin Motoren. Weil man im Studium an der FH CAMPUS 02 auch Problemlösungen aus dem eigenen Berufsfeld bearbeiten kann, war ihre zweite Bachelorarbeit: „Einsatz einer doppelt-gespeisten Asynchronmaschine in einem Pumpspeicherkraftwerk im Pumpbetrieb.“

Dass sie ein technische Studium beginnen würde,
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Gudrun Kreuzwirth begegnet man immer wieder, wenn es um Technikstudien und Frauen in der Technik geht. Die Projektleiterin bei AVL List tritt bei Veranstaltungen und in Videos auf, „denn noch ist es nicht ganz selbstverständlich, dass das persönliche Umfeld Frauen dabei unterstützt, den Weg in die Technik zu wählen. Bis alle Vorurteile abgebaut sind, bin ich gern mit dabei, meinen künftigen Kolleginnen Mut zu machen.“

Gudrun Kreuzwirth begegnet man immer wieder, wenn es um Technikstudien und Frauen...

war ihr früh klar. „Mir ist Stricken weniger gelegen, als Bohren und Schweißen“, erzählt sie. So war sie als Kind immer gern in der Werkstatt ihres Vaters. Die HTL für Wirtschaftsingenieurwesen war daher bereits eine Entscheidung in diese Richtung.

F&E in der Praxis

„Technik ist etwas für Neugierige. Ich wollte schon von Kind auf wissen: Wie bringt man etwas zum Laufen? Wie kann man etwas Neues entwickeln?“ Auch für Petra Weber war das technische Interesse schon als Kind sehr ausgeprägt. „Die HTL war darum für mich naheliegend. Und dann das Studium der Automatisierungstechnik an der FH CAMPUS 02: Es verbindet Elektronik, Maschinenbau und IT – und beschäftigt sich gezielt mit Entwicklungsaufgaben für Produkte und Verfahren.“

Sie hatte die Chance wahrgenommen, schon während ihres Bachelorstudiums als Projekt- und Studienassistentin an der FH arbeiten zu können: „So war ich zum Beispiel bei der Entwicklung eines Systems dabei, das Vitaldaten von Sportlern misst, überträgt und visualisiert. Oder bei bei einem System, das an Drehmaschinen während der Bearbeitung am Werkstück die wirkenden Kräfte misst.“ Und sie hat sich mit Prototypenentwicklung und Messplatzautomatisierung beschäftigt – also ein vielfältiges Arbeitsgebiet.

Berufs- als Studienthemen

Während des Masterstudiums hat sie dann ihre Assistentinnenaufgabe
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Petra Weber hatte ihren ersten Technikerinnen-Job als Projekt- und Studienassistentin, jetzt ist sie Applikationsingenieurin bei der ams AG mit viel Entwicklungsarbeit.

Petra Weber hatte ihren ersten Technikerinnen-Job als Projekt- und Studienassistentin,...

auf einen Halbtagsjob reduziert, denn den anderen Halbtag arbeitete sie bereits als Application Engineer bei der ams AG, einem multinationalen Halbleiterhersteller mit Hauptsitz in Unterpremstätten in der Steiermark.

„Ein neuer Trend in der Unterhaltungselektronik zweigt, dass bei Audioanwendungen verstärkt Kopfhörer für die Tonwiedergabe eingesetzt werden. Um die Klangqualität zu verbessern und Umgebungsgeräusche zu eliminieren, werden Microchips für die aktive Geräuschunterdrückung eingesetzt.“ Daraus leitete sich das Thema ihrer Master-Arbeit ab: Die Entwicklung eines EMV-gerechten Leiterplattendesigns für einen „Active Noise Cancelling“-Schaltkreis.

Ob ihr die FH CAMPUS 02 abgeht? „Dafür habe ich schon gesorgt“, lächelt DI Petra Weber. Sie ist nebenberuflich als Lektorin in der Studienrichtung Automatisierungstechnik tätig. Ihr Schwerpunkt: Laborübungen.

Spürbarer Klimawandel

„Es ist wirklich erstaunlich, wie rasch sich die Einstellungen geändert haben“, beobachten DI (FH) Gudrun Kreuzwirth. Für sie ging der Weg „Frau in die Technik“ noch nicht so problemlos. „Weil die Oma und die Tante ein wirtschaftskundliches Gymnasium besucht haben, kam ich mit meiner Idee, auf eine HTL zu gehen, nicht durch.“

Nach der Maura kam ein Bankberuf, ein begonnenes BWL-Studium,
„aber dann habe ich als Selbstverdienerin den Schritt gemacht!“, und ein begonnenes Technik-Studium. „Damals war es an Universitäten nicht so, dass sich Beruf und Studium parallel managen ließen: Der Rat von Kollegen, doch an der FH CAMPUS 02 Automatisierungstechnik zu studieren, kam genau richtig.“

Sie wurde Berechnungsingenieurin bei AVL List, wo sie sich mit der Simulation von Motoren und Motoreinzelteilen beschäftigte. „Hier wirken unterschiedliche Fachgebiete der Technik zusammen – und darum war die Automatisierungstechnik für mich die optimale Bildungsschiene.“

Da es in diesem Studium die Möglichkeit gibt, in Vertiefungsfächern gezielt auch an beruflichen Problemstellungen zu arbeiten, hat sie ihre Diplomarbeit über eine Detailuntersuchung eines Viskosedämpfers zu Ermittlung des dynamischen Dämpferverhaltens verfasst. Dieser Diplomarbeit wurde bei „Innovation of Automation“ 2008 als beste des Jahres ausgezeichnet. Jetzt ist sie Projektleiterin im Bereich Advanced Simulation Technologies bei AVL List in Graz – und hat den Kontakt zur FH weiter gehalten. Seit einigen Jahren moderiert sie „Innovation of Automation“.

Und wie sie bleiben viele weiter in Verbindung mit ihrer Studienrichtung, den Kolleginnen und Kollegen und den Lehrkräften. „Es entwickelt sich ein enges Netzwerk von Ansprechpartnern, auf die man auch nach dem Studium zählen kann.

Nicole Schwaighofer studiert Automatisierungstechnik parallel zu ihrem Beruf bei Elin Motoren: „Ein Studium, das viele Disziplinen verknüpft und Technikerinnen und Technikern viele Perspektiven bietet.“ Und diese Chancen haben bereits viele Absolventinnen und Absolventen wahrgenommen und sind erfolgreich in namhaften Unternehmen tätig.
Gudrun Kreuzwirth begegnet man immer wieder, wenn es um Technikstudien und Frauen in der Technik geht. Die Projektleiterin bei AVL List tritt bei Veranstaltungen und in Videos auf, „denn noch ist es nicht ganz selbstverständlich, dass das persönliche Umfeld Frauen dabei unterstützt, den Weg in die Technik zu wählen. Bis alle Vorurteile abgebaut sind, bin ich gern mit dabei, meinen künftigen Kolleginnen Mut zu machen.“
Petra Weber hatte ihren ersten Technikerinnen-Job als Projekt- und Studienassistentin, jetzt ist sie Applikationsingenieurin bei der ams AG mit viel Entwicklungsarbeit.


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Frauen in der Technik, Steiermark, Fachhochschulen/Unis

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