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Worauf es in Zukunft ankommt

: B&R


Der Trend zur Digitalisierung und zur Vollautomatisierung ist ungebrochen. Bereits heute verlangt der Markt bzw. die Kunden Lösungen für kleine Stückzahlen bei niedrigen Kosten, die nur unter Anwendung modernster Technik zustande kommen können. Dabei kommt es zu keinem Abbau von Arbeitsplätzen, sondern im Gegenteil. Viele neue Beschäftigungsmöglichkeiten entstehen, die kreative und hochwertige Aufgaben beinhalten. Die damit verbundenen Anforderungsprofile ändern sich dabei aber schnell.

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Im August 2017 hat Dr. Harald Radauer die Personalleitung bei B&R Industrial Automotion mit 3.200 Mitarbeitern übernommen. Erfahrung sammelte der Personalprofi nach Abschluss der Handelsakademie und dem Studium der Rechtswissenschaften bei namhaften Unternehmen. Mitarbeiterführung, Recruiting und die enge Zusammenarbeit mit der Geschäftsleitung sowie die Beratung und Personalentwicklung kennzeichnen seine neuen Aufgaben bei B&R.

Im August 2017 hat Dr. Harald Radauer die Personalleitung bei B&R Industrial...

So sind Softwarekenntnisse auch außerhalb der IT nicht mehr wegzudenken. Viele Anwender parametrisieren Systeme und analysieren unter intuitiven Oberflächen große Datenmengen. Durch die hohe Agilität wird die Projektarbeit immer wichtiger. Kleinere, flexiblere Projekte haben hier einen deutlichen Vorteil. Wissensweitergabe in gut aufbereiteter, verständlicher Form auf jeder Ebene gehört ebenfalls zu den zukünftigen Kompetenzen.

Must have Skills

Der Mitarbeiter wird in Zukunft noch mehr zwischen unnötigen Informationen und notwendigem Wissen unterscheiden, um sich auf das Wesentliche fokussieren zu können. Entscheidungen sind in Zukunft deutlich schneller zu treffen, ohne immer die Datenbasis (trotz Big Data) und die möglichen Folgen genau zu diesem Zeitpunkt beurteilen zu können. Mitarbeiter – gerade auch jüngere Generationen – haben für zögerliches Verhalten nur mehr bedingt Verständnis. Ihre private Erfahrung zeigt in vielen Bereichen eine schnelle Verfügbarkeit, die trotzdem Zuverlässigkeit und Qualität zeitgleich bietet. Diese Schnelligkeit wird auch im persönlichen Feedback immer mehr eingefordert. Umgekehrt wird die Berufswelt und die konkrete Aufgabe auch keine App sein, die nur Vergnügen bereitet und intuitiv zu bedienen ist.

Bedarfsgerecht und individuell

Vergessen wir dabei aber auch nicht auf die heute in der Arbeitswelt stehenden Generationen. Hier ist der stetige
Wandel mit Fingerspitzengefühl zu begleiten, auch wenn das wirtschaftliche Ergebnis zeitweise so in den Hintergrund rücken kann. Der Austausch und die Kommunikation werden gerade im Hinblick auf die Digitalisierung eine zentrale Rolle für eine gelungene Unternehmenskultur spielen. Unternehmen werden dafür flexiblere zeitliche und räumliche Rahmenbedingungen schaffen müssen, die dann auch zurecht als attraktiv bezeichnet werden können. Das gegenseitige Vertrauen darf dabei immer noch eine bedeutende Rolle einnehmen (im Gegensatz zum aktuellen IT-Trend zero trust).

Üben für Industrie 4.0

Kleine Impulse können Unternehmen und Branchen aufgrund der Digitalisierung unglaublich beeinflussen, vielleicht sogar so stark wie nie zuvor. Größe schützt dabei nicht mehr. Ist es daher sinnvoll, dass die Wirtschaft bei der Bildung immer stärker mitzureden versucht? Viele Aufgabenbereiche sind heute nicht bekannt und jede Forderung an die Bildungslandschaft kann daher nur aus der Momentaufnahme des jetzigen Zustands resultieren. Sicher benötigen wir aktuell deutlich mehr Techniker, was auch wohl zukünftig der Fall sein wird. Was muss aber dieser Techniker in fünf oder zehn Jahren zusätzlich zur technischen Ausbildung mitbringen? Wissensvermittlung wurde bereits angesprochen, könnte er aber gar noch mehr Kompetenzen benötigen? Ist der technische Fortschritt in Zukunft interdisziplinär zu betrachten?

Es wird aus meiner Sicht notwendig sein, den technischen Fortschritt auch im Hinblick auf gesellschaftliche, soziale und ökologische Folgen noch stärker zu prüfen. Eine authentische Herangehensweise ist zwingend geboten. Feigenblattpolitik hat bei weicheren Faktoren wie bei Nachhaltigkeit und bei sozialem Engagement bereits heute ausgedient. Letzten Endes wird es dabei aufgrund der Komplexität der Themen nicht immer um das Ergebnis gehen, sondern der authentische Versuch zählt. Um diese Herausforderungen zu bewältigen, sind weitere Investitionen in Bildung unumgänglich. Nur dann können neue Generationen ihre Fähigkeiten zur Gestaltung der Zukunft einsetzen ohne die Zukunft bereits heute zu kennen.



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Aus- und Weiterbildung, Automatisierung

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Die IMA Ingenieurbüro für Maschinen- und Anlagenbau GmbH mit Sitz in Leonding steht seit 1993 als spezialisierter Dienstleister für individuelle und zukunftssichere Lösungen in den Bereichen Engineering, HSE-Management und Personaldienstleistung. Mit einem erfahrenen Team aus Spezialisten gewährleistet IMA die erfolgreiche Umsetzung und Verwirklichung der technischen Visionen und Anforderungen ihrer Kunden, steht bei Anlagensicherheitsfragen, Verordnungen und Richtlinien mit Rat und Tat zur Seite und vermittelt bei Bedarf bestens ausgebildete Techniker.
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