Fachverlag x-technik
search
 

Schließen

PDF


WaterStop

: B&R


Keine Angst mehr vor Wasserschäden. Alexander Brader und Lukas Brünner, zwei Mechatroniker der HTBLA Braunau, haben im Zuge ihres Maturaprojektes ein Gerät entwickelt, mit dem unbeabsichtigter Wasserverlust einfach, rasch und kostengünstig vermieden wird. Von MMag. Sabine Steiner, x-technik

/xtredimg/2018/Wanted/Ausgabe245/15686/web/_MG_4609.jpg
Lukas Brünner und Alexander Brader (v.l.n.r.) reichten das Projekt ‚Waterstop‘ zur Diplomarbeit ein. Während sich Lukas eher auf die softwaretechnischen Aufgaben konzentrierte, behielt Alexander die mechanischen Komponenten im Auge.

Lukas Brünner und Alexander Brader (v.l.n.r.) reichten das Projekt ‚Waterstop‘...

Die Ausgangssituation für das Gerät ist rasch erklärt: Die sich derzeit am Markt befindlichen Systeme sind zu teuer und der nachträgliche Einbau zu aufwendig. Die beiden Maturanten der HTL Braunau haben es sich daher zur Aufgabe gemacht, ein kostengünstiges Gerät zu entwickeln, das leicht und zuverlässig in den Wasserkreislauf eines bestehenden Hauses eingebaut – also nachgerüstet – werden kann.

Sich der Herausforderung stellen

Die Schwierigkeit des Projekts lag dabei nicht nur in der genauen Messung der durchgeflossenen Wassermenge und in der Erstellung eines Wasserverwendungs-Profils: Es sollte auch eine Visualisierung geben, die für Laien verständlich ist und die Daten sollten über einen Webserver aus der Ferne zugänglich sein. Mit der entsprechenden Hardware und einem intelligenten Programm entwickelten Alexander Brader und Lukas Brünner eine Vorrichtung, die zuverlässig Wasserschäden verhindert. „Versehentlich offen gelassene Wasserhähne oder schleichender Wasseraustritt, der zu spät oder gar nicht erkannt wird, gehören damit der Vergangenheit an“, erklärte Alexander Bader bei der Vorstellung des Diplomarbeitsprojektes an der HTL in Braunau.

Wasserschäden gehören der Vergangenheit an

Im Rahmen ihrer Diplomarbeit haben die beiden Maturanten ein System entwickelt, das zuverlässig zwischen regulärem und unbeabsichtigtem Wasserverbrauch unterscheiden kann und dieses mittlerweile auch zum Gebrauchsmuster angemeldet. „Tritt ein Schadensfall ein, wird der Wasserdurchfluss
/xtredimg/2018/Wanted/Ausgabe245/15686/web/_MG_4634.jpg
Die Diplomanden mit ihren Betreuungslehrern (v.l.n.r.): Anton Deschberger, Lukas Brünner (hinten), Alexander Brader (vorne) und Albert Schmeitzl (Software).

Die Diplomanden mit ihren Betreuungslehrern (v.l.n.r.): Anton Deschberger, Lukas...

gestoppt, um weitere Schäden, verbunden mit enormen Kosten und großem Reparaturaufwand, zu vermeiden,“ erklären die beiden Entwickler die Funktionsweise von WaterStop.

„Der eingebaute Durchflussmesser, verbunden mit einem Magnetventil, sendet permanent Daten an eine C70-Steuerung von B&R. Stellt die Steuerung eine Abweichung von den Vorgaben fest, wird das Magnetventil geschlossen,“ erklärt Lukas Brünner genauer. Die C70-Steuerung verfügt über ein eingebautes 5,7-Zoll-Display, ist extrem kompakt, hat umfangreiche Anschlussmöglichkeiten und ist einfach zu programmieren.

In einer ersten Besprechungsrunde wurde vor Projektstart auf die Unterstützung der B&R-Mitarbeiter Thomas Dicker und Markus Brückl zurückgegriffen. Gemeinsam mit den Betreuungslehrern Albert Schmeitzl und Anton Deschberger fixierten sie die notwendigen Komponenten. Die mitunter größte Herausforderung für die beiden jungen Techniker war die Erstinbetriebnahme. Diese meisterten sie bravourös, nicht zuletzt aufgrund der fachmännischen Unterstützung der Betreuungslehrer sowie durch die fundierte Einschulung für die Erstinbetriebnahme am B&R-Headquarter in Eggelsberg.

Installationsaufwand so gering wie möglich halten

„Unser Projekt zeichnet sich durch einen geringen Installationsaufwand aus. Das selbst gefertigte
Aluminiumgehäuse wird an die Hauptwasserleitung angeschlossen und sichert das gesamte Haus zuverlässig ab. Insbesondere bei Wohnungen und Häusern, die nur zeitweise genutzt werden, verleiht unsere Entwicklung ein hohes Maß an Sicherheit“, meint Lukas Brünner.

Der Uttendorfer prüft gemeinsam mit seinem Projektpartner Produktions- und Vermarktungsmöglichkeiten. Dazu müssen die Maße des Gerätes auf die Normeinbaumaße eines Wasserzählers angepasst werden. Auf diese Schnittstelle wollen die Diplomanden zugreifen, da es in Deutschland bereits zulässig ist, einen geeichten Wasserzähler durch einen anderen geeichten Wasserzähler zu ersetzen.

Von der WKOÖ prämiert

Beim jährlich stattfindenden Ideenwettbewerb der Wirtschaftskammer OÖ und der Bezirksrundschau, wurde das Projekt WaterStop von 90 eingereichten HTL-Projekten unter die besten 10 gewählt.

Lukas Brünner und Alexander Brader (v.l.n.r.) reichten das Projekt ‚Waterstop‘ zur Diplomarbeit ein. Während sich Lukas eher auf die softwaretechnischen Aufgaben konzentrierte, behielt Alexander die mechanischen Komponenten im Auge.
Die Diplomanden mit ihren Betreuungslehrern (v.l.n.r.): Anton Deschberger, Lukas Brünner (hinten), Alexander Brader (vorne) und Albert Schmeitzl (Software).
Das innere des Alughäuses 'WaterStop' mit den von B&R zur Verfügung gestellten Komponenten.



Zum Firmenprofil >>


Bericht in folgenden Kategorien:
Teamwork, HTL

QR code

Special Mechatronik

„Rien ne vas plus“ … ohne Mechatronik. Aus dem täglichen Leben ist die Mechatronik nicht mehr wegzudenken. Ob zu Hause im Einsatz durch humanoide Robotersysteme oder in der industriellen Fertigung, im Mobilfunk, im Automotiv Bereich (EPS…) usw. überall ist Mechatronik „drin“, auch wenn der Laie das nicht auf den ersten Blick feststellen kann. Ausgebildete Mechatroniker werden gesucht und die Jobs sind krisensicher sowie gut dotiert.
mehr lesen >>

Im Gespräch

/xtredimg/2018/Wanted/Ausgabe245/15672/web/a_0082806.jpgMitarbeiter 4.0: Die Grundeinstellung muss passen, der Rest ist erlernbar
Eine kontinuierlich voranschreitende Digitalisierung bringt nicht nur erhebliche Chancen, sondern auch große Herausforderungen mit sich: Denn überall, wo sich Gravierendes verändert, gilt es technologisch und ausbildungsmäßig Schritt zu halten mit dem Neuen. x-technik fragte bei Thomas Lutzky, Geschäftsführer von Phoenix Contact Österreich, nach wie er das Berufsbild eines „Mitarbeiters 4.0“ beschreiben würde und ob bzw. inwieweit heute andere Skills verlangt werden als früher. Das Gespräch führte Sandra Winter, x-technik
Interview lesen >>

Newsletter abonnieren