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Emissionsfreier, innerbetrieblicher Materialtransport

: Fronius


Fronius ist bereits als Hersteller von Batterieladesystemen für Antriebs- und Traktionsbatterien in der Intralogistik tätig. Seit nunmehr acht Jahren setzt sich das österreichische Unternehmen auch intensiv mit dem Thema Brennstoffzelle auseinander. Technologisches Highlight der innerbetrieblichen Logistik ist die solare Wasserstofftechnologie – das Pilotprojekt HyLOG (Hydrogen Powered Logistic System) –mit einem wasserstoffbetriebenen Brennstoffzellensystem, welches herkömmliche Antriebsbatterien ersetzt.

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Das HyLOG Projekt stellt eine vielversprechende, mobile Anwendung der Fronius Energiezelle dar.

Das HyLOG Projekt stellt eine vielversprechende, mobile Anwendung der Fronius...

Eine werkseigene Photovoltaik-Anlage (615 kWp PV-Anlage) versorgt das Unternehmen Fronius emissionsfrei mit Strom. Mithilfe des so gewonnenen PV-Stroms wird Wasser mittels Elektrolyse in Wasserstoff und Sauerstoff aufgespaltet. Pro Jahr werden dadurch 823 kg Wasserstoff erzeugt und in Tanks – auch über einen langen Zeitraum – gespeichert. Die Betankung des HyLOG-Flurförderzeuges erfolgt über eine Wasserstofftankstelle, an welcher der Wasserstoff komprimiert und in Kartuschen abgefüllt wird – bis zu fünf Schichten ist der HyLOG-Zug damit aktiv. Im Schlepper selbst kommt die Fronius Energiezelle zum Einsatz und wandelt den Wasserstoff in elektrische Energie um. Auf diese Weise entsteht ein perfekter Energiekreislauf – völlig emissionsfrei und ohne CO²-Erzeugung.

Die Vorteile liegen klar auf der Hand – Betankung bzw. Kartuschenwechsel benötigen kaum Zeit und ersetzen somit die zirka achtstündige Batterieladephase. Der HyLOG-Schlepper schafft durch seine hohe Leistungsfähigkeit die doppelte Reichweite eines herkömmlichen Logistik-Systems, bei gleichbleibender Fahrleistung.

HyLOG als wirtschaftliche Alternative

Den Hauptvorteil – und gleichzeitig das wirtschaftlich wichtigste Argument für das System – stellt der Entfall der langen Batterieladezeiten dar. Dies ist vor allem für Mehrschichtbetriebe relevant, denn diese unterliegen besonderen Anforderungen. Ein solcher Betrieb benötigt bei voller Auslastung entweder zusätzliche Flurförderzeuge oder Ersatzbatterien. Der Mehraufwand, nach jeder Schicht einen Batteriewechsel
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Der HyLOG-Schlepper schafft durch seine hohe Leistungsfähigkeit die doppelte Reichweite eines herkömmlichen Logistik-Systems.

Der HyLOG-Schlepper schafft durch seine hohe Leistungsfähigkeit die doppelte...

durchzuführen, entfällt beim Einsatz der Energiezelle.

„Unser Hauptziel war es, eine emissionsfreie und energieeffiziente Alternative zu dem bisher verwendeten Fahrzeug-Antrieb mit Blei/Säure-Batterien zu erforschen, zu entwickeln und zu testen“, erklärt DI Michael Schubert, verantwortlich für Business Development Energiezelle. Diese basiert auf einer ausgeklügelten Wasserstoff-Technologie, welche durch erhöhte Energiedichte und hohe Effizienz bis zu 100 Prozent mehr Reichweite gegenüber einer Blei/Säure-Batterie ermöglicht. Das HyLOG-System ist TÜV-Süd zertifiziert und deklariert damit höchsten Schutz und Verlässlichkeit. Für die völlig emissionsfreie Transportlösung wird lediglich Sonnenlicht und reines Wasser genutzt.

Ein Blick in die emissionsfreie Zukunft

„Für das Gesamtsystem sehen wir einen weltweiten Bedarf, vor allem im Bereich der Flurförderzeuge und Stapler, dem weltgrößten Markt für Elektroflurförderzeuge. In diesem Bereich werden jährlich etwa 300.000 Einheiten angesetzt“, sagt DI Dr. Ewald Wahlmüller, Projektleiter HyLOG.

Vor allem für Unternehmen, die rund um die Uhr – also in drei Schichten – arbeiten, rentiert sich dieses Prinzip. Arbeitsprozesse dürfen nicht zu lange unterbrochen werden, da Stehzeiten verlorene Ressourcen darstellen. Durch die erforderliche Installation einer Wasserstoff-Betankungsinfrastruktur ist die Wirtschaftlichkeit
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Betankung bzw. Kartuschenwechsel beim HyLOG-Schlepper.

Betankung bzw. Kartuschenwechsel beim HyLOG-Schlepper.

vor allem für Mehrschicht-Betriebe mit einer größeren Fahrzeugflotte – ab etwa 15 Stück – gegeben. In Hinblick auf etwaige zukünftige Kosten für CO²-Zertifikate liegt im emissionsfreien und CO²-losen Energiekreislauf ein zusätzliches Sparpotenzial.

Vor kurzen wurde das innovative und klimafreundliche Logistik-System mit dem deutschen VDI-Innovationspreis für Logistik 2010 ausgezeichnet. Das einzigartige HyLOG Projekt gewann außerdem mehrere Umweltpreise, wie den World Energy Globe 2007 oder den österreichischen Umweltschutzpreis.

Die Fronius Energiezelle als stationäres System

Alternativ zum HyLOG Projekt wird die Energiezelle auch in stationären Anwendungen eingesetzt. Seit Mitte Mai steht die Energiezelle des österreichischen Unternehmens Fronius in den Leistungsklassen 2 und 4 kW für stationäre Anwendungen in Serie zur Verfügung. In einem ersten Schritt steht die Brennstoffzelle im Mittelpunkt, die schon erfolgreich in unterschiedlichen Anwendungen eingesetzt wird. Bewährt hat sich das System bereits in einem einjährigen Pilotprojekt an der Schweizer Universität Genf.

In der Folgeversion integriert die Fronius Energiezelle auch die Elektrolysefunktion. Damit kann der überschüssige Solarstrom umweltfreundlich in Wasserstoff umgewandelt und in Flaschen gespeichert werden. Somit steht ein Gesamtsystem regenerativer Energieerzeugung und -speicherung zur Verfügung. „Das Ende der Fahnenstange ist noch lange nicht erreicht“,
prophezeit Klaus Fronius, Solarpionier und Geschäftsführer der Fronius International GmbH. Die Fronius Energiezelle stellt einen wichtigen – aber nur einen – Meilenstein in der nachhaltigen Gestaltung der Zukunft dar, welche sich Fronius zur Aufgabe gemacht hat.
Das HyLOG Projekt stellt eine vielversprechende, mobile Anwendung der Fronius Energiezelle dar.
Der HyLOG-Schlepper schafft durch seine hohe Leistungsfähigkeit die doppelte Reichweite eines herkömmlichen Logistik-Systems.
Betankung bzw. Kartuschenwechsel beim HyLOG-Schlepper.


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