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Elektromobilität braucht mehr Innovationen

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Im Jahr 2020 sollen sich laut einer Studie des Umweltbundesamtes über 200.000 Elektroautos über Österreichs Straßen bewegen. Zur Jahresmitte 2011 waren es gerade einmal tausend Fahrzeuge. Das lässt sich der Staat 80 Mio. Euro an Fördergeldern kosten. Experten verlangen mehr Innovationen und die Fahrzeugsparte sieht den ersten Hype als „schon verflogen“ an. Da stellt sich die berechtigte Frage: Handelt es sich um einen grundsätzlichen Systemwechsel oder nur um eine weitere Variante im Produktportfolie der Automobilhersteller?

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Elektrobolide „Tesla Roadster“ im Car Park von Fronius. Fast 260 PS, von Null auf 100 Stundenkilometer in vier Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h zeichnen das Auto aus. Rund 100.000 Euro kostet der Grüne-Sportwagen. Stars wie Arnold Schwarzenegger und George Clooney haben so einen bereits in ihrer Garage stehen.

Elektrobolide „Tesla Roadster“ im Car Park von Fronius. Fast 260 PS, von...

Nach jahrelanger Entwicklung des Verbrennungsmotors zeichnet sich ein technologischer Wechsel ab. Auch wenn im bisherigen Verkehr noch die herkömmlichen Antriebsarten die zentrale Rolle über haben, so wird an der Elektrifizierung des Antriebs in der Zukunft kein Weg vorbeiführen. Die Entwicklung der Mobilität steht noch am Anfang und innovative und neue Technologien werden notwendig sein, um eine Marktdurchdringung und Serienreife zu erlangen.

Für eine flächendeckende Umsetzung müssen die Schlüsselkomponenten wie Energiespeicher und auch die Kostenstruktur wesentlich verbessert werden. In Modellregionen laufen bereits erste Feldversuche und ermöglichen ein „hineinschnuppern“ in die zukünftige Welt der Elektromobilität. Die Elektromobilität als eine zukunftsweisende und zukunftsträchtige Art der Mobilität steht vor der Herausforderung, noch viele Brücken zwischen Politik, Unternehmen, Wissenschaft und Anwendern bauen zu müssen.

Systemwechsel oder nur weitere Variante im Produktportfolie?

Manche Automobilhersteller sehen im Elektroauto möglicherweise lediglich eine von vielen Varianten in ihrem Produktportfolio. Betrachtet man die Elektromobilität allerdings ganzheitlich, so zeigen sich deutlich Elemente die auf einen gesamten Systemwechsel hindeuten. Die Auswirkungen eines Systemwechsels werden alle Stufen der Wertschöpfungskette der Automobilhersteller sowie ihrer Zulieferer betreffen. Quantensprünge, als Indikator für einen möglichen Systemwechsel, sind wie mit dem iPhone 2007 vergleichbar, auch in der Elektromobilität
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Einen Elektroflitzer mit doppelter Motorkraft entwickelten Siemens-Forscher zusammen mit der RUF Automobile. Eines der Autos auf Basis eines Porsche 911 kann auch wieder Strom ans Netz abgeben und wird damit Teil eines intelligentes Stromnetzes (Smart Grid). Das Projekt wurde auf der Hannover Messe 2011 vorgestellt und sieht die Erprobung verschiedener Antriebsvarianten vor.

Einen Elektroflitzer mit doppelter Motorkraft entwickelten Siemens-Forscher...

feststellbar.

Mit dem aktuellen Stand der Technik an E-Antriebs- und Batterietechnik können bereits die meisten täglichen Fahrstrecken mit dem Strom aus der Steckdose zurückgelegt werden. Die Abhängigkeit von der Primärquelle – dem Öl - relativiert sich. Rund 60 Prozent an Energiekosten könnten mit E-Autos eingespart werden. Der Elektroantrieb ist viel effizienter als der Verbrennungsmotor und wandelt rund 80 Prozent seiner gespeicherten Energie in Bewegung um. Der Verbrennungsmotor liegt nur bei 25 bis 30 Prozent. Verbessertes Fahren in Bezug auf die Fahrdynamik ist ein weiteres Plus. Das Beschleunigen erfolgt nahezu geräuschlos und ohne Schaltunterbrechung und ist noch dazu lokal völlig emissionsfrei.

Nachhaltigkeit, Bezahlbarkeit und Flexibilität

Jede Verbesserung im Stromerzeugungs-Mix wirkt sich automatisch positiv auf die CO²-Bilanz aller E-Fahrzeuge aus. Individuelle Mobilität wird für alle Bürger nur durch den Einsatz von E-Autos zugänglich und bezahlbar bleiben, da der elektrische Antrieb mittelfristig die deutlich kostengünstigere Alternative sein wird (Ressourcenknappheit, Rohölpreise…). Nicht die Reichweite der E-Autos limitiert zurzeit den Einsatz sondern die Ladegeschwindigkeit der Batterien. Durch bereits verfügbare Technologien, wie z.B. das Plug-in-Hybride sind E-Autos zu Hundertprozent flexibel. Unter dem Plug-in-Hybrid, auch plug-in-hybrid-elektrisches Fahrzeug (PHEF, engl. meist PHEV für Plug-in hybrid Electric Vehicle) oder Steckdosenhybrid genannt, ist ein Kraftfahrzeug mit Hybridantrieb gemeint, dessen
Batterie zusätzlich über das Stromnetz extern geladen werden kann. Meist wird es eine größere Batterie aufweisen als ein reiner Hybrid und stellt so eine Mischform zwischen letzterem und einem Elektroauto dar.

Elektrobolide „Tesla Roadster“ im Car Park von Fronius. Fast 260 PS, von Null auf 100 Stundenkilometer in vier Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h zeichnen das Auto aus. Rund 100.000 Euro kostet der Grüne-Sportwagen. Stars wie Arnold Schwarzenegger und George Clooney haben so einen bereits in ihrer Garage stehen.
Einen Elektroflitzer mit doppelter Motorkraft entwickelten Siemens-Forscher zusammen mit der RUF Automobile. Eines der Autos auf Basis eines Porsche 911 kann auch wieder Strom ans Netz abgeben und wird damit Teil eines intelligentes Stromnetzes (Smart Grid). Das Projekt wurde auf der Hannover Messe 2011 vorgestellt und sieht die Erprobung verschiedener Antriebsvarianten vor.
Elektroautos können ihre Batterie künftig ohne Kabel laden. Diese von BMW und Siemens entwickelte berührungslose Technologie (kabelloses Laden über Magnetspule) funktioniert auch bei kurzen Stopps. Die Ladestationen können nahezu unsichtbar in jede Umgebung integriert werden und sind dadurch sicher vor Verschleiß und Vandalismus. Im Juni 2011 wird die Leistungsfähigkeit der entwickelten Systeme mit mehreren Fahrzeugen in Berlin getestet.


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Energie- und Umwelttechnik, Fahrzeugtechnik

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