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Digitalisierung als Chance

: EVVA


Das österreichische Familienunternehmen EVVA mit Sitz in Wien ist Hersteller von smarten Zutrittssystemen und lebt Digitalisierung schon lange, entwickelt Standards und sieht diese als Chance. Konzernbereichsleiter Michael Kiel erzählte beim 2. Fachkongress Industrie 4.0, wie Digitalisierung gelebte Realität wird.

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Der große Schlüsselbund, der Taschen und Sakkos ausbeult, ist passé. Wer Heizung, Belüftung und Beleuchtung mit Tablet oder Handy steuert, kurz: sein Haus via Smartphone managt, kann damit auch "aufsperren" oder genauer gesagt, den Zutritt zu seinem Heim regeln. "Mit AirKey haben wir ein Produkt am Markt, welches das Smartphone zum Schlüssel macht", erklärt Michael Kiel, Konzernbereichsleiter bei EVVA, Anbieter von Zutrittssystemen in Europa, der den Prozess der Digitalisierung schon vor vielen Jahren eingeleitet hat. 2009 habe man sich entschieden, ein eigenes elektronisches Produkt zu entwickeln, das schließlich 2014 auf den Markt kam, berichtet Kiel.

Was AirKey mehr kann als herkömmliche Systeme, beschreibt Hanspeter Seiss, AirKey-Produktmanager bei EVVA, so: "Stellen Sie sich vor, Sie versenden Ihre Schlüssel einfach online mit E-Banking-Standards an ein beliebiges Smartphone. Die berechtigte Person erhält eine SMS und hat einen digitalen Schlüsselmoment. Ob Servicetechniker oder Urlaubsgast, man kann einfach und sicher end-to-end-verschlüsselt eintreten."

Der Grundstein für diese digitalen Anwendungen wurde beim Leitbetrieb bereits vor mehr als 15 Jahren gelegt. "Man muss die Digitalisierung als Chance sehen, die man konzeptionell und strukturiert für sich nutzen kann", betont Technik-Experte Kiel, der auch über kaufmännisches Know-how verfügt.

Hilfe bei der Digitalisierung

Kiel sieht dabei zwei Möglichkeiten: "Entweder man entwickelt alles selbst, oder man sucht sich einen Partner, etwa ein Start-up,
das Hilfe braucht. Es ist auf jeden Fall wichtig, dass man investiert." Als Traditionsbetrieb habe man beides versucht und sich letztlich dafür entschieden, alles selbst in die Hand zu nehmen: "Bei komplexen Produkten braucht das aber Zeit, bis sich das rentiert." Man dürfe sich durch die Digitalisierung keinesfalls verrückt machen aber auch nicht einfach treiben lassen, erklärt Kiel. "Es gibt derzeit noch viel Digitalisierungspotenzial, und es braucht klare Strukturen im Unternehmen, um dieses auszuschöpfen."

Klar sei jedenfalls: Der Kundennutzen muss dabei immer im Vordergrund stehen, und die Kundenberührungspunkte seien bei der Digitalisierung wichtiger als Kosteneinsparungen. Ganz wesentlich sei bei einem Digitalisierungsprozess außerdem, dass alle Ebenen im Unternehmen an einem Strang ziehen. Digitalisierung müsse zudem nicht zwingend in allen Bereichen im gleichen Maß passieren, aber man sollte sich auf jeden Fall Geschäftsmodelle im Fall einer möglichen Disruption überlegen.

Online-Verwaltung

Am Beispiel AirKey heißt das unter anderem, dass etwa neben der Onlineverwaltung auch die App, die die Zutrittsberechtigungen verwaltet, neu gestaltet wurde. Das Smart Home, das Ferienhaus oder das Shared Office kann jetzt nicht nur per NFC, sondern auch per Bluetooth Low Energy (BLE) aufgesperrt werden – ein Vorteil für iPhone-Besitzer.

Die eigene Forschung & Entwicklung sowie Produktion in Wien bietet Technikern ein besonders spannendes Arbeitsumfeld.
EVVA ist ein österreichisches Familienunternehmen und Hersteller von Zutrittslösungen – sowohl im mechanischen als auch elektronischen Bereich.


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Automatisierung

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