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Die Korea-Mission

: Sigmatek


Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. Das gilt für berufliche Auslandaufenthalte genauso wie für private. Applikationsingenieure des Automatisierungstechnik-Herstellers Sigmatek sprachen mit Wanted über ihre Erfahrungen in Korea.

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V.l.n.r.: Maximilian, Tobias, Philipp, Daniel

V.l.n.r.: Maximilian, Tobias, Philipp, Daniel

„Geschafft! Die Kunststoff-Spritzgussmaschine läuft und kann planmäßig auf der Messe ausgestellt werden.“ Hinter diesem Satz steckt die monatelange, intensive Arbeit eines Sigmatek-Projektteams, das in Busan (Südkorea) dazu beigetragen hat, dass der Kunde seine neue Entwicklung dem Fachpublikum im März auf der „Koplas“ präsentieren konnte.



Projektleiter des „Korea-Applikationsteams“ war DI (FH) Tobias Wendtner, 31, der Medizintechnik in Linz studiert hat und seit 2011 beim Automatisierungsspezialisten Sigmatek in der Kunden-Softwareentwicklung tätig ist. Der Salzburger hatte das Jobinserat gesehen und dann im Rahmen einer Karrieremesse den Kontakt zum Unternehmen gesucht. Da stellt sich die Frage: Was reizt einen Medizintechniker an Automatisierungstechnik? „Ich tüftle und entwickle einfach gerne und in der Kunden-Softwareentwicklung geht nichts nach Schema F, da sind logisches Denken und Kreativität gefragt. Jedes Projekt ist eine neue Herausforderung.“

Speziell dann, wenn man weit entfernt von der Heimat ein Projekt mit ambitioniertem Zeitplan erfolgreich abwickeln möchte. Der Startschuss erfolgte im Mai 2016. In 11 Monaten war das Team dreimal direkt vor Ort beim Kunden: zum Projektauftakt zwei Mann, zu Spitzenzeiten fünf Applikationsingenieure aus Lamprechtshausen und zusätzlich natürlich immer die Kollegen der SIGMATEK-Niederlassung in Seoul. Für Tobias war dies nach China und Japan seine dritte Station in Asien. „Mir macht es einfach Spaß andere Kulturen kennenzulernen, du siehst wahnsinnig viel und: Man
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Die Software für so eine komplexe Applikation zu erstellen, ist eine Herausforderung – zumal sie wie auch beim Korea-Projekt die Basis für unterschiedliche Maschinentypen und Ausstattungsvarianten sein soll.

Die Software für so eine komplexe Applikation zu erstellen, ist eine Herausforderung...

wächst mit der Aufgabe. Speziell im Ausland hast du einen hohen Grad an Autonomie und Selbstverantwortung. Für mich war dies das bislang größte Projekt, das ich geleitet habe. Es hat mich gefordert und ich habe Führungsqualität entwickelt,“ so Tobias.

Gelebter Teamgeist

Fixes Teammitglied war der 22jährige Elektronik-Absolvent der HTL-Braunau Maximilian Schröcker, der bei jedem Busan-Aufenthalt mit dabei war. „Natürlich ist die Zeit im Ausland recht intensiv, da jeder Kunde sein Projekt zügig abschließen möchte, – kurz vor der Messe haben wir auch mal eine Nachtschicht eingelegt. Das ist aber kein Thema, da zieht man einfach an einem Strang. Tobias und ich haben uns vorwiegend mit der Ablaufprogrammierung beschäftigt, Philipp hat sich um die Umsetzung der Visualisierung gekümmert. „Ich finde es spannend, neue Länder zu sehen und neue Bekanntschaften zu machen. Hilfreich ist, wenn du offen für Neues bist, da du das Land abseits der Touristenpfade erlebst, und das ist schon intensiver. Im Ausland bist du auf dich und dein Team angewiesen. Da wird man zu einer verschworenen Einheit, da man neben der Arbeit auch einen Großteil der Freizeit miteinander verbringt“, erzählt Maximilian.

Der Youngster im Korea-Team Philipp Zeilberger (21), Absolvent der HTL-Salzburg, Fachrichtung Maschinenbau ist seit eineinhalb Jahren in der Kundenapplikation bei SIGMATEK. Für ihn ist es genau der richtige Job: „Du hast viel mit Kunden zu tun, arbeitest an sehr unterschiedlichen Maschinenprojekten und lernst so jeden Tag was dazu.“ Toll findet Philipp die Möglichkeit, beruflich zu reisen. Für ihn war es der erste Applikationsjob weit ab der Heimat. Daher vermisste Philipp beim längsten Korea-Aufenthalt, der 9 Wochen dauerte, seine
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Rund 30 Prozent der Arbeitsleistung wurden vor Ort in Korea erbracht, die restlichen 70 Prozent in enger Kooperation zwischen den Standorten. Mitarbeiter des koreanischen Kunden wurden zum Projektstart im Training Center in Lamprechtshausen in der Programmierung mit LASAL geschult.

Rund 30 Prozent der Arbeitsleistung wurden vor Ort in Korea erbracht, die restlichen...

Freunde und seine Familie schon manchmal. Aber dank Skype, Messenger & Co bleibt man auf dem Laufenden und kann sich austauschen. Die Auslanderfahrung missen, das möchte Philipp jedoch auf keinen Fall. „Ich habe mich persönlich weiterentwickelt, hab nun mehr Selbstvertrauen, speziell mit der englischen Sprache und im Umgang mit Kunden.“ Beim weiterführenden Projekt ist er daher gerne wieder fix im Team.

Beim letzten, 9-Wochen-Korea-Einsatz war Daniel Duschl (23) mit von der Partie. Der Elektronik-Absolvent der HTL-Salzburg, ist bereits seit drei Jahren in der Applikationsabteilung. Die Tätigkeit in der Kundenapplikation gefällt ihm, „weil man eigenverantwortlich arbeiten kann und es bei jedem Projekt andere Aufgaben zu bewältigen gibt. „Es ist einfach ein cooles Gefühl, wenn du ein Projekt erfolgreich stemmst“. Wie für Philipp war auch für Daniel Korea der erste Einsatz außerhalb Europas. „Für mich war es eine positiv krasse Erfahrung, diese so andere Kultur kennen zu lernen. Die Koreaner sind richtige Arbeitstiere, andererseits sehr konsumorientiert.“ Sein Kollege Maximilian ergänzt: „Mich hat auch beeindruckt, wie viele Menschen auf kleinstem Raum leben und wie riesig die Wohnblöcke sind.“

Koreanisch für Anfänger

Überrascht war das Österreich-Team, wie schlecht die Koreaner Englisch sprechen, da die Kommunikation in Schriftform relativ gut lief. Da waren die einheimischen Sigmatek-Kollegen bei Besprechungen natürlich Gold wert. „Die Koreaner sind eher zurückhaltend, vielleicht auch wegen der fehlenden Englischkenntnisse, aber liebenswürdig und sie feiern auch gerne“, erzählt Philipp. Inzwischen
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Die Erleichterung steht dem Korea-Projektteam ins Gesicht geschrieben. Das Projekt wurde zeitgerecht und erfolgreich gestemmt – ein guter Grund um mal ordentlich zu feiern.

Die Erleichterung steht dem Korea-Projektteam ins Gesicht geschrieben. Das Projekt...

haben die „vier Musketiere“ schon einen Basis-Wortschatz aufgebaut, der, so Maximilian, das Leben erleichtert: Hallo, Tschüss, Danke, Super, wirklich – und ganz wichtig für den Feierabend: hier und Bier. In Korea kommt nämlich kein Kellner und fragt, was man bestellen will. Der muss gerufen werden mit „yeogie“ (jo-ki-e) d. h. hier, und dann kann man sein Bier „maegju“ (meg-tsi-ju) ordern.

Und mit Bier wurde dann auch auf die erfolgreiche Inbetriebnahme der Spritzguss-Maschine angestoßen. „Man arbeitet monatelang auf das Ziel hin und wenn die Maschine dann rund läuft, ist das ein tolles Erfolgsgefühl, man ist glücklich und erleichtert“ erzählt Maximilian. Als Andenken daran, hat er eines der ersten mit der Maschine gefertigten Produkte mit nachhause genommen – einen Kunststoff-Schuhlöffel.

Tobias, Maximilian, Philipp und Daniel haben in Korea viel Zeit miteinander verbracht und sind zusammengewachsen. „Im Ausland ist Teamwork noch wichtiger als daheim und Disziplin ist gefragt, da viel am Spiel steht“, erklärt Daniel und Maximilian ergänzt: „Durch die Zeitverschiebung kann es auch mal einen Tag dauern, bis man bei Fragen die Antworten von den Experten in der Zentrale erhält.“ Die Kollegen in der Zentrale – ob Applikation, Hard- oder Software-Entwicklung – unterstützen die Auslandteams.“

Was macht man in der Freizeit im Ausland? „Wir haben Busan und Umgebung erkundet, waren im Nationalpark
und am Meer. Und wir sind auch sportlich aktiv gewesen“, erzählt Philipp. Zum Abschalten und um in Form zu bleiben, haben die Jungs das Fitness-Studio in der Firma des koreanischen Maschinenbauers genutzt und sind nach der Arbeit gerne auch mal zum Hotel gelaufen.

Kulinarische Einblicke



Neue Länder – neue kulinarische Sitten: Daniel war gezwungen, das Essen mit Stäbchen zu lernen, da es in der Kantine kein Besteck gab. Jetzt ist er davon richtig begeistert. „Nach fünf Wochen im Ausland habe ich schon mal unser Schwarzbrot, Salat oder Schnitzel vermisst, obwohl Korea kulinarisch auch einiges zu bieten hat,“ erklärt Philipp schmunzelnd. Mittags war die Österreich-Abordnung immer in der Kantine des Kunden essen, typisch asiatisch: mit viel Reis und überraschend viel Fleisch. Am Abend gab es dann gerne mal Pizza und Burger oder Sushi. „Frisches running Sushi in Korea, das ist was ganz anderes als bei uns in Österreich“, schwärmt Asien-Fan Tobias, der als „Souvenir“ Klebereis mit nach Hause nahm. Das Sigmatek-Team zeigte sich experimentierfreudig und hat auch Spezialitäten wie Kuhschädel-Sulze oder „Kimchi“ mit Knoblauch und Chili eingelegten Chinakohl probiert – dem einen schmeckte das mehr, den andern etwas weniger.

V.l.n.r.: Maximilian, Tobias, Philipp, Daniel
Die Software für so eine komplexe Applikation zu erstellen, ist eine Herausforderung – zumal sie wie auch beim Korea-Projekt die Basis für unterschiedliche Maschinentypen und Ausstattungsvarianten sein soll.
Rund 30 Prozent der Arbeitsleistung wurden vor Ort in Korea erbracht, die restlichen 70 Prozent in enger Kooperation zwischen den Standorten. Mitarbeiter des koreanischen Kunden wurden zum Projektstart im Training Center in Lamprechtshausen in der Programmierung mit LASAL geschult.
Die Erleichterung steht dem Korea-Projektteam ins Gesicht geschrieben. Das Projekt wurde zeitgerecht und erfolgreich gestemmt – ein guter Grund um mal ordentlich zu feiern.
In der Freizeit wurde die nähere Umgebung erkundet: Busan, der Nationalpark und das Meer.
Neue Länder - neue kulinarische Sitten. Das Projekt-Team zeigte sich experimentierfreudig und hat auch lokale Spezialitäten ausprobiert.
Auf die Koffer fertig los: Maximilian und Philipp haben auf ihrer Korea-Mission viele neue Eindrücke gesammelt.
Wenn man vor einer Kunststoff-Spritzgussmaschine steht, ist man von den Dimensionen und der Geschwindigkeit, in der sich die tonnenschweren Werkzeuge bewegen, einfach beeindruckt.



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