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Das Tor in eine neue Welt

: Fill


Der Maschinen- und Anlagenbauer Fill aus dem oberösterreichischen Gurten setzt auf engagierte und motivierte Mitarbeiter. Engagement, Motivation und Leidenschaft hat auch Monika Reischauer bewiesen. Nach Abschluss der HTL Ried für Maschineningenieurwesen entschied Sie sich noch für ein berufsbegleitendes Studium an der FH Wels, mit Schwerpunkt Mechatronik. Wir haben Sie zu ihrer Ausbildung, dem Zukunftstrend Mechatronik und ihrem aktuellen Arbeitgeber befragt.

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Frau Ing.in Monika Reischauer, 25 Jahre, HTL Ried, Maschineningenieurwesen Schwerpunkt Fertigungstechnik, Studentin an der FH Wels, Mechatronik-Wirtschaft (berufsbegleitend)

Frau Ing.in Monika Reischauer, 25 Jahre, HTL Ried, Maschineningenieurwesen Schwerpunkt...

Autorin: MMag.a Sabine Steiner / x-technik

Waren Sie schon als Kind an der Technik interessiert?

Soweit ich mich zurückerinnern kann, waren für mich die Hobbys meiner Schulkollegen immer interessanter als die meiner Schulkolleginnen. Aus Erzählungen meiner Mutter weiß ich, dass mein Bruder und ich schon sehr bald Lust am Zerlegen und Forschen hatten. Technik faszinierte mich schon immer, wobei ich früher eher in Richtung Waffentechnik orientiert war (Maschinenbau-Ausbildung mit dem Schwerpunkt Waffentechnik). Ich verbrachte meine Freizeit sehr gerne schraubend und reparierend bei meinem Vater in der Garage bzw. in der Werkstatt.

Also kommt Ihr Interesse an der Technik aus dem Elternhaus?

Ja, meine Eltern brauchten sehr gute Nerven, denn meine „Warum-Phase“ war und ist noch immer sehr ausgeprägt. Ich gab/gebe mich nie zufrieden, wenn ich etwas nicht verstehe und frage so lange nach, bis ich es verstanden habe. Das bedarf oft sehr vieler „Warums“ und „Wiesos“. Den Ehrgeiz, Mut und das Durchhaltevermögen, um die Ziele zu erreichen, die man sich stellt, habe ich von meiner Mutter gelernt. Der Antrieb niemals aufzugeben und alle Kraft und Energie einzusetzen, um die eigenen Träume zu erreichen, ist für
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An dieser Ultraschall-Prüfanlage war Monika Reischauer als Konstrukteurin maßgeblich beteiligt.

An dieser Ultraschall-Prüfanlage war Monika Reischauer als Konstrukteurin maßgeblich...

mich der Schlüssel zur Selbstverwirklichung.

Wie ging es weiter?

Zuerst wollte ich die HTL für Waffentechnik absolvieren. Dazu hätte ich nach Kärnten übersiedeln müssen und das kam für mich nicht infrage. Durch Zufall erfuhr ich, dass in Ried eine neue HTL für Maschineningenieurwesen mit dem Ausbildungsschwerpunkt Fertigungstechnik eröffnet werden sollte und bewarb mich prompt.

Schon während dieser Ausbildung lernte ich im praktischen Teil des Unterrichts viele Unternehmen in der Umgebung von Ried im Innkreis kennen. Je mehr ich in die Materie vertieft war, desto größer wurde meine Begeisterung. Gemeinsam mit einem Kollegen und einer Partnerfirma schrieb ich meine Diplomarbeit zum Thema „Mannlose Schneeräumung von Dächern“. Das Gefühl war für mich unbeschreiblich, als der Prototyp, den wir selbst konstruiert, berechnet und gebaut hatten, endlich fertig war und das erste Mal in Betrieb genommen wurde. Und der „Es funktioniert-Effekt“ ist für mich immer wieder einzigartig und Antrieb Neues zu entwickeln.

Wie kamen Sie dann zur Mechatronik?

Das erste Mal wurde ich bei der Firma Fill mit der Mechatronik konfrontiert. Während meiner Zeit an der HTL habe ich die Elektronik und die Software gemieden. Ich war ein „eingefleischter“ Maschinenbauer.
Doch, als sich mir die Welt des Sondermaschinenbaus auftat und mir die Möglichkeiten der Mechatronik bewusst wurden, habe ich mich auch dieser Anforderung gestellt. Die Mechatronik öffnet das Tor in eine neue Welt und diesen Bereichen wird die Zukunft gehören.

Es ist für mich eine Herausforderung, bei neuen Entwicklungen ein Teil des Teams zu sein. Es macht Spaß und fordert, gemeinsam mit meinen Kollegen für kniffelige Aufgabenstellungen Lösungen zu finden. Besonders positiv ist, dass das Spektrum an unterschiedlichen Maschinen bei Fill sehr groß ist. So lernt man immer wieder neue Bereiche kennen und es wird einem nie langweilig.

Was sind Ihre Erfahrungen als Frau in der Technik – in Bezug auf Stärken, Schwächen, Hürden etc.?

Man stößt immer wieder gegen eine Wand, jedoch glaube ich nicht, dass das ausschließlich genderspezifisch ist. In der Arbeitswelt muss sich jeder beweisen, der etwas erreichen will. Natürlich gibt es immer wieder Personen, die sagen „Du kennst dich sowieso nicht aus, du gehörst hinter den Herd“. Auf solche Aussagen reagiere ich nicht. Sie sind engstirnig und von gestern.

Seit wann arbeiten Sie bei Fill und wie ist es dazu gekommen?

Ich arbeite seit vier Jahren bei Fill. Kennengelernt habe ich das Unternehmen durch meine HTL Ausbildung. Wir hatten unseren Werkstätten-Unterricht „Schweißen“ bei Fill. Schon damals faszinierten mich die verschiedensten Anlagen und Maschinen und ich absolvierte auch mein Praktikum in der Produktion und in der Montage. Schließlich standen für mich mehrere Unternehmen zur Auswahl. Doch wegen der Vielfalt an Produktzweigen und
dem Betriebsklima entschied ich mich für Fill. Diese Firma hat mich neugierig gemacht und ich wollte mehr darüber erfahren.

In welchem Bereich/Abteilung arbeiten Sie und was machen Sie da genau?

Ich arbeite als Konstrukteurin im Kompetenz Center Kunststoff und beschäftige mich mit der Entwicklung von Anlagen zur Bearbeitung, Umformung und Prüfung von Kunststoff und Composite Bauteilen. Der Bereich Kunststoff/Composite wird immer wichtiger und es sind sehr viele Neuentwicklungen im Gange. Momentan beschäftigen wir uns mit dem Thema erneuerbare Energien (Solar, Windkraft, …). In diesen Bereichen gibt es starke Tendenzen zur Automatisierung von Prozessen, da der größte Teil der Produktion noch immer aus harter Handarbeit besteht.

Wie lange studieren Sie noch und wie soll es anschließend weitergehen?

Ich werde 2013 meine Diplomprüfung absolvieren. Die Technik lebt und man sollte nie aufhören, Neues zu lernen und offen sein für Fortschritt. Das Wichtigste ist, alle Kraft, Energie und Begeisterung einzusetzen, um seine Ziele zu erreichen.

Danke für das Gespräch.
Frau Ing.in Monika Reischauer, 25 Jahre, HTL Ried, Maschineningenieurwesen Schwerpunkt Fertigungstechnik, Studentin an der FH Wels, Mechatronik-Wirtschaft (berufsbegleitend)
An dieser Ultraschall-Prüfanlage war Monika Reischauer als Konstrukteurin maßgeblich beteiligt.


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