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Berufswunsch: Radarleitoffizier

: Heerespersonalamt


Nachdem uns Herr Oberleutnant Mag. (FH) Moritz Galsterer einen Einblick in den Arbeitsalltag der Luftraumüberwachung gegeben hat, wollen wir mehr über die Voraussetzungen, zur Ausbildung und den damit verbundenen Herausforderungen wissen:

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(Bild: BMLVS Zinner)

(Bild: BMLVS Zinner)

Welche Voraussetzungen müssen Interessierte mitbringen, um bei der Ausbildung zum Radarleitoffizier (RLO) berücksichtigt zu werden?

Ein wichtiger Faktor, natürlich neben der militärischen Tauglichkeit, ist sicherlich die Affinität zur Fliegerei. Die Militärfliegertauglichkeit, gepaart mit räumlichem Vorstellungsvermögen, Hand-Auge-Koordination, körperliche Fitness usw. sind nicht nur bei der Pilotenausbildung gefragt, sondern auch beim Radarleit- bzw. Radarleitunteroffizier (RLUO).

Wie geht es dann weiter?

Ist die Tauglichkeit festgestellt und erfüllt man die jobbedingten Selektionskriterien, beginnt die ca. zweijährige Ausbildung, die zum Teil im Ausland (USA, BRD …) stattfindet. Die Kurse sind sehr anspruchsvoll, da sie alle Gebiete und Bereiche der Luftstreitkräfte abdecken müssen.

Was kann man sich darunter vorstellen?

Ein zukünftiger Radarleitoffizier (RLO) muss die Charakteristika jedes Flugzeugtypen kennen, sich auch in der Meteorologie und Geografie auskennen, natürlich mit den Funktionalitäten der Radargeräte vertraut
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Oberleutnant Mag. (FH) Moritz Galsterer, 29 Jahre, Matura am BORG in Salzburg, Militärfliegertauglichkeit, 1 Jahr Freiwilliger, Militärakademie, Ausbildung zum Radarleitoffizier, Pressesprecher der Luftstreitkräfte (Bild: BMLVS Zinner)

Oberleutnant Mag. (FH) Moritz Galsterer, 29 Jahre, Matura am BORG in Salzburg,...

sein sowie über rechtliche Belange wie Luftfahrtgesetz, Flugsicherheit u.v.m. Bescheid wissen. Selbstverständlich macht jeder Radarleitoffizier auch das Allgemeine Funkerzeugnis (AFZ). Egal ob es sich um eine Unteroffiziers- oder Offiziersausbildung handelt, das Anforderungsprofil ist allumfassend. Die Ausbildung schließt mit einer kommissionellen, theoretischen und praktischen Prüfung ab.

Sind Fremdsprachenkenntnisse ein Einstiegskriterium?

Ein fundierter sprachlicher Grundstock in Englisch ist notwendig, um darauf, während der internationalen Ausbildungszeit, das spezielle Luftfahrtenglisch aufbauen zu können. Maturaniveau ist hilfreich, aber keine Voraussetzung.

Wann und wo kann man mit der Ausbildung beginnen?

Erfüllt man die Voraussetzungen und ist Kadermitglied, also Unteroffizier bzw. Offizier, wird man zur Ausbildung zugelassen. Nach der Radarverwendungsprüfung geht es für den ersten Ausbildungsteil erstmals für rund 4 Monate ins Ausland. Im sogenannten International Air Weapons Controller Course wird man gemeinsam mit internationalen Kollegen zum Luftwaffen-Controller ausgebildet und nebenbei mit dem Luftfahrtenglisch „jobfit“ gemacht. Zurück in Österreich geht es darum, sich mit den nationalen Gegebenheiten vertraut zu machen. Alle Einheiten der Luftraumüberwachung werden besucht, Information vor Ort gesammelt, Kontakte zu Piloten geknüpft, Flughäfen besichtigt etc.
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(Bild: Gorup)

(Bild: Gorup)

Danach beginnt die Ausbildung in der Einsatzzentrale, immer begleitet durch einen erfahrenen Offizier. Jede Mission wird vor- bzw. nachbesprochen, um daraus zu lernen und Erfahrungen zu sammeln. Die Ausbildungszeit schließt mit einer kommissionellen, theoretischen und praktischen Prüfung ab.

Wo sehen Sie die Herausforderungen in Ihrem Job?

Einerseits entwickelt sich die Technik permanent weiter und andererseits ändern sich die Einsatzszenarien. Damit muss man Schritt halten. Fokussiertes Arbeiten fordert einen täglich und verlangt auch Disziplin und körperliche Fitness. Zum besseren Verständnis der verschiedenen Situationen in der Luft, fliegen Radarleitoffiziere bei Übungen immer wieder mit den Piloten mit, um die Auswirkungen ihrer Kommandos auch in der Praxis besser zu verstehen und sich bestmöglich darauf einstellen zu können. Sonnenstand, Verdeckung des Ziels bei engen Kurven durch den eigenen Flugzeugflügel etc. sind nur einige dieser Beispiele, die auch bei Manöveranweisungen vom Boden aus berücksichtigt werden müssen. Daher ist die Kooperation mit den Piloten sehr eng und das Vertrauen muss in jeder Hinsicht gegeben sein. Auch wenn die Piloten für ihre Flugkörper selbst verantwortlich sind, müssen sie den Anweisungen des Radarleitoffiziers Folge leisten.

Das hört sich nach einer sehr engen Zusammenarbeit an?

Ja, das stimmt. Ich kenne beinahe jeden Piloten persönlich, auch dessen Eigenheiten und beruflichen Vorlieben an Informationen die er für seine Mission benötigt. Eine Situation, die in einem kleinen Land wie Österreich gut machbar ist. Die Bereitschaft zur Teamarbeit zählt
sicher mit zu den Voraussetzungen in unserem Job. Neben dem kollegialen und freundschaftlichen Umfeld ist unser Betätigungsfeld auch sehr abwechslungsreich, wenn auch mit sehr hoher Verantwortung verbunden. Dessen muss man sich allzeit bewusst sein. Jeder Fehler könnte Menschenleben kosten. Ein ausschweifendes Partyleben, wenn am nächsten Tag gearbeitet werden soll, ist nicht drinnen. Fühlt man sich krankheitsbedingt nicht zu 100 Prozent fit, konzentriert man sich auf Tätigkeiten, die kein Risiko für Mensch und Leben bedeuten. Sicherheit hat Priorität – in jeder Hinsicht.

Danke für das Gespräch.

(Bild: BMLVS Zinner)
Oberleutnant Mag. (FH) Moritz Galsterer, 29 Jahre, Matura am BORG in Salzburg, Militärfliegertauglichkeit, 1 Jahr Freiwilliger, Militärakademie, Ausbildung zum Radarleitoffizier, Pressesprecher der Luftstreitkräfte (Bild: BMLVS Zinner)
(Bild: Gorup)
Geht der Alarm los, laufen die jederzeit einsatzbereiten und vollständig adjustierten Piloten zu ihren Maschinen und haben in weniger als zehn Minuten das fremde Flugzeug im Visier. (Bild: BMLVS Zinner)


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