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Auf Wachstum programmiert

: Knapp


Die Knapp AG, mit dem Headquarter in Hart bei Graz, fokussiert sich in ihren Logistiklösungen auf den Warenverkehr innerhalb des Werksgeländes. Beginnend bei der Einlagerung von Artikeln bis hin zur ehestmöglichen Identifizierung gelagerter Produkte, beeinflusst die Intralogistik den gesamten Lagerablauf. Die Herausforderung liegt in der Konzipierung optimaler Kundenlösungen, damit die Ware bestmöglich, rasch und richtig kommissioniert werden kann. Dabei muss auf spezielle Branchenanforderungen Rücksicht genommen werden. Geht es im Lebensmittelbereich beispielsweise um Ablaufdaten und eine durchgängige Kühlkette, so liegen die Prioritäten in der Fashionbranche unter anderem in der Lieferung nicht zerknitterter Ware. WANTED sprach mit dem Personalleiter Ingo Spörk über zukünftige Branchentrends, das Unternehmenswachstum und der damit verbundenen Personalentwicklung. Das Interview führte MMag.a Sabine Steiner / x-technik

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Seit Jahren ist Knapp auf Wachstumskurs. Wie schätzen Sie diesbezüglich den weiteren Trend ein und wie wirkt sich dieser auf die Personalentwicklung aus?

Knapp zählt seit Jahren zu den weltweit führenden Intralogistik-Unternehmen. Wir gehen davon aus, dass auch in der Zukunft mit einem stetigen Wachstum zu rechnen ist, da die Wachstumskurve des gesamten Intralogistikbereichs nach oben zeigt. Grund dafür sind Wachstumstreiber, wie die internationale Arbeitsteilung sowie die Entwicklung und Implementierung neuer Technologien. Aufgrund dessen wurden in den letzten Jahren bei Knapp mehrere hundert neue Arbeitsplätze geschaffen, sodass wir in Österreich mittlerweile über 2.000 Mitarbeiter beschäftigen. Die Suche nach hochqualifizierten Fachkräften in den unterschiedlichsten Teildisziplinen wird uns weiterhin begleiten.

Auch in der maßgeschneiderten Lagerlogistik wird die Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) immer wichtiger? Wie stehen Sie zu Industrie 4.0?

Wir sind davon überzeugt, dass es sich bei der vierten Industriellen Revolution (Industrie 4.0) nicht um einen Hype handelt. Industrie 4.0 und das Internet of Things (IoT) wird

unser gesamtes zukünftiges Leben beeinflussen und verändern. Geschwindigkeit, Genauigkeit, Flexibilität und Verfügbarkeit werden die entscheidenden Wettbewerbsfaktoren in der Logistikabwicklung sein. Zusätzlich erwarten sich Kunden in jedem einzelnen Prozess vollkommene Transparenz. Sie wollen jederzeit den aktuellen Warenbestand, den jeweiligen Prozessschritt
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Jugendliche schnuppern Praxisluft.

Jugendliche schnuppern Praxisluft.

in dem sich das Produkt gerade befindet, kennen und auf diesen gegebenenfalls zugreifen können. Informations- und softwaretechnische Komponenten verwachsen zusehends mit Mechanik und Elektronik, sodass die reale mit der virtuellen Welt zu einem Cyber-physischen System verschmilzt. Das heißt, es kommt zu einer Vernetzung der Produktions- und Logistikprozesse, mit den jeweiligen IT-Systemen sowie mit dem Internet. Diese vernetzten Systeme treiben die Entwicklungen in der Intralogistik kontinuierlich voran.

Wie sieht der aktuelle Entwicklungsstand aus?

Flexible Shuttle-Lösungen wie fahrerlose Transportsysteme sind heute schon Stand der Technik. Die Herausforderung dabei liegt darin, dass diese autonom reagierenden und miteinander agierenden Fahrsysteme sich vor allem beim Abarbeiten einzelner Aufträge auch untereinander optimieren müssen. Teilweise bewegen sich hunderte von Fahrzeugen in einem System. Dabei sind die fehlerfreie Kommunikation über Vorfahrtsregeln und der Austausch von technischen Daten, wie z.B. Lagerpositionen enorm wichtig, um einen störungsfreien Ablauf zu gewährleisten. Darin liegt die Herausforderung der Zukunft.

Können Sie heute schon abschätzen, welche Mitarbeiter Sie in Zukunft benötigen werden?

Es werden mit Sicherheit Techniker aus den unterschiedlichsten Disziplinen sein. Wir gehen davon aus, dass der Bereich der Informationstechnologie einen noch höheren Stellenwert
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Jakob hat als Inbetriebsetzer die Welt bereist. Heute rockt er als Software-Entwickler die Welt der Logistik und entwickelt laufend neue Features für Knapp-Kunden.

Jakob hat als Inbetriebsetzer die Welt bereist. Heute rockt er als Software-Entwickler...

einnehmen wird. Auch die traditionellen Berufsbilder unterliegen einem Wandel. Vor allem die Trennung in Produktions- und Wissensmitarbeiter wird sich verändern – die Aufgaben werden zusammenwachsen. Es ist durchaus vorstellbar, dass auch Produktionsmitarbeiter zukünftig in der Entwicklung mitarbeiten werden.

Bedarf es diesbezüglich spezieller Qualifikationen?

Um Überlastungen in diesem Bereich vorzubeugen, bedarf es gezielt eingesetzter Schulungsmethoden. Es wird zu einer physischen Entlastung aufgrund der Mensch-Maschine-Interaktion kommen. Der Mitarbeiter wird mehr steuernde Tätigkeiten übernehmen, aber dafür flexibler in seinem Einsatzbereich sein müssen. Dazu sind Maßnahmen von Seiten der Unternehmensorganisation notwendig, um dahingehend gezielt zu qualifizieren. Ich gehe davon aus, dass es sich dabei hauptsächlich um On-the-Job-Maßnahmen handeln wird. Arbeitsplatznahe Kompetenzen und Fertigkeiten müssen auf- und ausgebaut werden. Mentoring- und Coaching-Maßnahmen werden daher zu bedeutenden Faktoren.

Wie steht Knapp zur Aus- und Weiterbildung?

Wir legen großen Wert darauf, dass sich unsere Mitarbeiter ständig weiterbilden und bieten ihnen über die Knapp-Akademie ein interessantes Weiterbildungsprogramm an. Einerseits ist uns dieses Engagement wichtig für die Mitarbeitermotivation und andererseits für die Mitarbeiterbindung. Dabei sehen wir die intrinsische Motivation
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Coding Contest bringt Köpfe zum Rauchen.

Coding Contest bringt Köpfe zum Rauchen.

als etwas sehr Wesentliches und Grundsätzliches an, um sich ständig up to date zu halten. Wir fördern aber auch die externe Aus- und Weiterbildung. So entscheiden sich viele unserer Mitarbeiter für ein berufsbegleitendes Studium. Voraussetzung dafür ist eine abgeschlossene Einarbeitungszeit, um Doppelbelastungen zu vermeiden. Auch befristete Arbeitszeitkürzungen bis zum Studienabschluss sind nach Absprache möglich.

Was sind gefragte Ausbildungsrichtungen und Ausbildungsniveaus?

Wir haben eine langjährige Tradition in der Ausbildung von Lehrlingen. Diese wird auch weiterhin eine wesentliche Qualifizierungsmaßnahme im Unternehmen bleiben. Zurzeit bilden wir 50 Lehrlinge in den Lehrberufen Mechatroniker, Maschinenbau- und Informationstechnik aus. Eine weitere wichtige Zielgruppe sind für uns HTL-Absolventen in den Disziplinen Mechatronik, Automatisierungstechnik, Informationstechnologie sowie Elektrotechnik und Maschinenbau. Um die gesamte Bandbreite an Kompetenzen abdecken zu können, suchen wir auch Techniker von Fachhochschulen und technischen Universitäten.

Was müssen zukünftige Mitarbeiter vorweisen können, um in die engere Wahl zu kommen?

Eine Grundvoraussetzung ist sicherlich die fachliche Qualifikation, die stimmig mit dem Anforderungsprofil sein muss. Großen Wert und oftmals auch das Entscheidende bei der Auswahl eines Bewerbers sind dessen personale Kompetenzen. Diese lassen sich nur schwer ändern, sind aber entscheidend dafür, ob der Mitarbeiter zukünftig in das Knapp Team passt und die Werte der Firma mitträgt. Besonderen Fokus legen wir dabei auf die Verantwortungsbereitschaft und
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Knapp Firmenzentale in Hart bei Graz.

Knapp Firmenzentale in Hart bei Graz.

das unternehmerische Handeln. Last but not least, soll der zukünftige Mitarbeiter das gewisse „Funkeln in den Augen“ mitbringen. Er muss beim Bewerbungsgespräch authentisch vermitteln können, dass er Begeisterung lebt und andererseits diese auch weitergeben kann, an Kollegen und/oder an Kunden. Durch unsere hohe Exportrate, von beinahe 100 Prozent, setzen wir Grundkenntnisse in Englisch voraus, die jederzeit weiterentwickelt werden können.



Welche Einstiegsmöglichkeiten gibt es?

Vor einem Jahr startete Knapp sein erstes einjähriges technisches Trainee-Programm für Akademiker. Im Rahmen dieses Programms lernen die Trainees die Wertschöpfungskette und die Organisation in ihrer Gesamtheit kennen. Sechs Monate lang durchlaufen die akademisch vorgebildeten Techniker ein Job-Rotation-Programm, währenddessen sie in den wichtigsten Abteilungen mitarbeiten und Projekte betreuen. Dabei lernen sie das Unternehmen im Detail kennen und kehren danach zur spezifischen Ausbildung in den jeweiligen Fokusbereich wie z.B. das Projektmanagement zurück. Der Start des nächsten Trainee-Programms ist für Februar 2017 geplant und wird wieder ausschließlich für Akademiker mit vorzugsweise technischem Abschluss angeboten werden.

Gibt es noch andere Einstiegsmöglichkeiten?

Es gibt eine Vielzahl an Einstiegsmöglichkeiten. In den Sommerferien arbeiten um die 200 Ferialpraktikanten bei uns. Das gibt beiden Seiten die Möglichkeit sich besser kennen zu lernen und ist oft ein Sprungbrett für einen späteren
Job bei Knapp. Wir betreuen auch Bachelor-, Master und Diplomarbeiten. Einerseits kommen wir dabei auf die Ausbildungseinrichtungen mit unternehmensrelevanten Themen zu und andererseits bekommen wir immer öfter Themenvorschläge von Schülern und Studenten. Auch unsere etablierten, jährlich durchgeführten Wettbewerbe für Schüler und Studenten wie der Knapp Coding-Contest sowie die Knapp SPS Challenge können eine Einstiegsmöglichkeit sein. Sehr viele Teilnehmer daraus wurden bereits zu Mitarbeiterkollegen in der Software- und in der SPS-Entwicklung.

Danke für das Gespräch.

Jugendliche schnuppern Praxisluft.
Jakob hat als Inbetriebsetzer die Welt bereist. Heute rockt er als Software-Entwickler die Welt der Logistik und entwickelt laufend neue Features für Knapp-Kunden.
Coding Contest bringt Köpfe zum Rauchen.
Knapp Firmenzentale in Hart bei Graz.
Open Shuttle zur Versorgung von Arbeitsplätzen.


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